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Starkregen: Landkreis Fulda warnt mit System

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Anfang Mai ging in Deutschland ein Unwetter nieder. Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor „extrem heftigem mehrstündigem Starkregen mit Mengen von 30 bis 75 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwei bis sechs Stunden“ betraf ein ausgedehntes Gebiet im Süden und Westen Deutschlands. Die betroffenen Städte und Landkreise müssen in diesen Fällen die Hilfsmaßnahmen auf die am stärksten betroffenen Stellen ausrichten.

Abdeckung des kompletten Landkreises

Im Landkreis Fulda war das Wetterereignis eine erste Bewährungsprobe für das gerade in Betrieb genommene  Starkregenfrühalarmsystem. Es kam dort zwar auch zu Überschwemmungen. Durch die frühzeitige Warnung konnten die Rettungskräfte und die betroffene Bevölkerung aber rechtzeitig reagieren. Insgesamt wurden 26 Alarmmeldungen für acht Kommunen ausgelöst, berichtet die Kreisverwaltung. Das System ist das erste in Hessen, das einen gesamten Landkreis abdeckt.

Bereits vor zwei Jahren wurden zunächst vier Pilotkommunen mit Sensoren ausgestattet. Inzwischen sind in 23 Gemeinden mehr als 180 Sensoren installiert, die über einen Starkregenmelder auf erhöhte Wassermengen hinweisen. Die Sensoren messen Niederschläge, Pegelstände und das Abflussverhalten des Wassers an Brücken, öffentlichen Gebäuden und Gewässern.

Zeitvorsprung bei Starkregen

In Verbindung mit den Daten des Deutschen Wetterdienstes kann das System frühzeitig kritische Situationen erkennen. Dann werden Rettungskräfte und Verwaltung umgehend alarmiert, und die Bevölkerung kann gezielt gewarnt werden. Dazu werden Kurznachrichten, Anrufe und E-Mails eingesetzt, die Meldungen erscheinen auch in einer speziellen StarkregenApp. Je nach der erreichten Alarmstufe verlängert sich die Vorwarnzeit auf 20 bis 90 Minuten, die Schutzmaßnahmen wie das Absichern des Eigentums und die Flucht in höhergelegene Räume ermöglicht.

Das Land Hessen fördert das Projekt mit 828.000 Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ und trägt damit den Hauptteil der Kosten von knapp einer Million Euro. „Das Starkregenfrühalarmsystem ist ein echtes Leuchtturmprojekt, das wir deshalb gerne gefördert haben“, sagte Digitalministerin Kristina Sinemus bei der Inbetriebnahme des Systems nur wenige Tage vor dem Unwetter. „Denn von den Erfahrungen hier im Landkreis Fulda können alle Kommunen profitieren, was angesichts der vermehrt auftretenden Extremwetterereignisse immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

g.schilling@stadtvonmorgen.de

Gunther Schilling ist Verantwortlicher Redakteur Public Sector mit Schwerpunkt „#stadtvonmorgen“. Dort schreibt er insbesondere über die Themen Digitalisierung und kommunale Unternehmen. Der Diplom-Volkswirt ist seit 1990 als Redakteur in der F.A.Z.-Verlagsgruppe tätig. Das Team von „#stadtvonmorgen“ verstärkt Gunther Schilling seit Januar 2022. Zuvor war er Leitender Redakteur des Außenwirtschaftsmagazins „ExportManager“.